Meditation - erleben außergewöhnlicher Phänomene!
Das Feld der Meditationsforschung ist in den letzten 2 Jahrzehnten exponentiell gewachsen, was sehr lobenswert ist und zu einer Zunahme der Kenntnisse über die kognitiven, psychologischen sowie neurophysiologischen Veränderungen im Zusammenhang mit meditativen Praktiken geführt hat [1]. Dabei ist der Großteil der Studien konzentriert auf die Bewertung der klinischen Wirksamkeit von Achtsamkeit – basierten Interventionen, neuronalen sowie anderen physiologischen Korrelationen der Meditation sowie emotionalen Aspekten der Meditation [1].
Es wurde weit weniger Forschung an anspruchsvollen Bereichen durchgeführt, die mystische, spirituelle sowie schwierige Aspekte der Meditation, außergewöhnliche Erfahrungen im Zusammenhang mit Meditation miteinschließt [1]. Zahlreiche nicht – gewöhnliche Erfahrungen während oder als Ergebnis der Meditation werden in den Texten und Lehren kontemplativer Traditionen erwähnt [1].
Die Erfahrung des "Erwachens" und der "Erleuchtung" sind Beispiele dafür, welche von tiefen Veränderungen der Selbstidentität geprägt sind, Klarheit der Wahrnehmung, Transzendenz des physischen Körpers oder out of body Erfahrungen, Erfahrungen von Einheit sowie Verbundenheit, Gruppen- und relationale Erfahrungen, Erfahrungen nicht-physischer Energien (z.B. Chi, Qi, Shakti), Telepathie, Präkognition, Fernwahrnehmung, außersinnliche Wahrnehmung, Erinnerung an vergangene Leben und Reinkarnationserfahrungen, Synchronitäten, Erfahrungen mit Gott, Gottheiten und anderen nicht-physischen Entitäten und schwierige Stadien der Meditation sowie Phasen der Desorientierung und Entpersönlichung [1].
Bei der Befragung von über tausend Meditierenden fand das Institute of Noetic Sciences heraus, dass eine Vielzahl der Meditierenden über außergewöhnliche Erfahrungen wie auch Psi – Erfahrungen unter anderem Hellsehen und Telepathie berichteten [1]. Dieses Ergebnis zeigt an, das für Meditierende außergewöhnliche Erfahrungen scheinen nicht so außergewöhnlich zu sein, was nach wissenschaftlicher Ansicht es rechtfertigt, diese Erfahrungen unter kontrollierten Bedingungen genau, zu studieren [2].
Mögliche subjektive Erfahrungen von Meditierenden
Im Jahr 2014/2015 nahmen 1130 Meditierende an einer Online Umfrage vom Institute of Noetic Sciences teil, wobei die Meditierenden aus insgesamt 66 Ländern der Welt stammten [1]. Der durchschnittliche Anteil der Jahre der meditativen Praxis der Teilnehmer betrug 14,7 ± 13,5 und 71 % der Teilnehmer übten in den letzten sechs Monaten eine tägliche oder mehrmals wöchentliche Meditationspraxis aus [1]. Die Meditationspraxis, welche am häufigsten ausgeführt wurde, war die atemfokussierte Meditation gefolgt von der Achtsamkeit/Vipassana sowie transzendentalen Meditation [1].
- Mystische Erfahrungen
zum Beispiel der Verlust des Zeitgefühls, Erfahrung der Begeisterung, Sinneserfahrungen, die nicht angemessen mit Worten beschrieben werden können, erfahrenes Wissen auf intuitiver Ebene, Erfahrung von Unendlichkeit, Erfahrung der Einheit von anderen Personen/Objekten, Gefühl von Sanftmut, Gefühl der Begegnung der höchsten Wirklichkeit, Gefühle von Frieden, Freude und Ruhe
- Körperliche Erfahrungen
wie veränderte Atmung, Körperempfindungen, verändertes Gehör, verändertes Sehen, veränderte Körperempfindungen, veränderter Geruch/Geschmack
- Anomale räumlich – zeitliche Erfahrungen
wie verändertes Zeitgefühl, verändertes Raumgefühl, erhöhte Synchronizitäten und nicht physische Entitäten
Kognitive / psychologische Veränderungen wie verändertes Bewusstsein, Aha – Erlebnisse, veränderte Identität, beunruhigende Emotionen, Relationale Erfahrungen wie kollektive Energie und Verbindung mit dem Meditationslehrer
- Erweiterte Wahrnehmungserfahrungen
wie Hellsichtigkeit, Telepathie und physikalische Phänomene
Gibt es eine Verbindung zwischen Meditation und Psi
Die Parapsychologie befasst sich mit den wichtigsten Arten paranormaler Erfahrungen und Phänomene wie Hellsehen, Präkognition, Telepathie, Telekinese, Psychokinese, Spuk, mediale Kommunikation, Poltergeistphänomene, physikalische Medialität, außerkörperliche Erfahrungen, Nahtoderfahrungen, Erinnerungen an vergangene Leben sowie Reinkarnationserinnerungen [3]. Die Meditation unter dem Aspekt wissenschaftlich zu untersuchen, ob sie Psi - Fähigkeiten bei Menschen stabilisieren kann, welche häufig subjektiv erfahren werden, ist ein spannendes noch relativ junges Feld.
Der Einsatz erfahrender Meditierender erfolgte innerhalb einer Studie zur Fernabsicht, um die Effektgröße zu stabilisieren [4]. Die Ergebnisse der insgesamt 66 Teilnehmer beim Forced-Choice-Test über Psi-Fähigkeiten als Screening-Test waren nicht signifikant [4]. Im Experiment zur Fernabsicht mit 30 Sitzungen und 38 Teilnehmern konnte kein Fernwirkungseffekt festgestellt werden [4].
Die traditionellen Texte des Mahayana und moderne tibetisch – buddhistische Texte beziehen die Erlangung der Meditation auf psychische Fähigkeiten [5]. Diese Lehre diente als Hypothese, das fortgeschrittene Meditierende ein Psi – Ziel richtig wählen würden und das häufiger als Anfänger [5]. Die 18 Studienteilnehmer waren tibetische Mönche, Nonnen und westlich – buddhistische Meditierende, die jeweils 8 Sitzungen absolvierten, von denen die Hälfte der Sitzungen ein Protokoll für das Hellsehen und die Präkognition verwendeten [5].
Die Ergebnisse, die in dieser Studie erzielt wurden, zeigten auf der einen Seite, das Alter und Jahre mit der Meditationspraxis signifikant korrelierten mit den erreichten Psi – Werten, was zunächst darauf hindeutet das sich das psychische Bewusstsein mit zunehmender Meditationspraxis zuverlässiger zu manifestieren beginnt [5]. Leider wurde dieses Ergebnis durch einen nicht signifikanten Psi – fehlenden Trend verfälscht und es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen den Hellsichtigkeits – und Präkognitionsversuchen [5].
Eine darauffolgende Studie mit gleichem Studiendesign an der zehn tibetisch – buddhistische Mönche teilnahmen, zeigte das insgesamt die Psi – Werte die Zufallserwartung nicht überstiegen und die Art der Meditation (Mantra oder Visualisierung) keinen Unterschied darstellten [6]. Nichtsdestotrotz erreichten die beiden erfahrensten Meditierenden, beide Nyingma-Lamas, signifikante mittlere Psi-Werte innerhalb der Studie [6].

Quellen:
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1. Wabeh H. et al. (2018). Future directions in meditation research: Recommendations for expanding the field of contemplative science. PloseOne https://doi.org/10.1371/journal.pone.0205740
2. Meditation und der nichtlokale Geist
3. Braud W. Patanjali Yoga Sutras and Parapsychological Research: Exploring Matches and Mismatches.
4. Schmidt, S., Jo, H. -G., Wittmann, M., Ambach, W., & Kübel, S. (2019). Remote meditation support – A multimodal distant intention experiment. Explore: The Journal of Science & Healing. doi: 10.1016/j.explore.2018.12.002
5. Roney – Dougal S. M. et al. (2008). An Exploration of Degree of Meditation Attainment in Relation to Psychic Awareness with Tibetan Buddhists.
6. Roney – Dougal S. M. et al. (2011). Exploring the relationship between tibetan meditation attainment and precognition. Journal of Scientifi c Exploration, Vol. 25, No. 1, pp. 29–46, 2011